Resümee Staatsmeisterschaften Innsbruck 2026

3 Titel und 12 Medaillen
Ein Teenager mit Landesrekord am Podest  
Dauerbrenner die immer liefern 
Gegenwindgarantie
Wo Licht, da auch Schatten

Resumé von Sportdirektor Christian Röhrling

Das Staatsmeisterschafts-Wochenende in Innsbruck ist verletzungsfrei geschlagen! Wechselnde Wetterverhältnisse, drückend warm am Samstag und nass-kühl der Sonntagvormittag – dazu war der Wind (wie schon in Eisenstadt, St.Pölten, Kapfenberg, Rif) und auch dieses Mal ein unangenehmer Begleiter! Egal wie der Veranstalter agierte, umdrehte, der Wind war an diesem Wochenende kein Freund der Leichtathletik! Statt Rückwind-, gab Gegengarantie!

Die Leistungen der STLV-Athletinnen und Athleten entsprach ziemlich exakt dem, was zu erwarten war: Nicht in allerstärkster Besetzung angetreten (u.a. Leonie Moser, Sebastian Gaugl, Gabriel Bornemann etc.) konnten unsere Damen und Herren in allen Disziplingruppen aber Medaillen erreichen, in Summe waren es wie 2025 zwölf Stück, drei davon in Gold!

12 Medaillen – 3x Gold – 7x Silber – 2x Bronze

200m Landesrekord U23/20 durch Leni Standfest (ATSE-Graz)   

SPRINT & HÜRDEN (2/4/0)

Die beiden Aushängeschilder des STLV, die beiden SU Leibnitz HürdensprinterInnen Karin Strametz und U23 Europameister Enzo Diessl lieferten knapp 3 Wochen vor der EM in Birmingham wieder am Punkt ab und holten mit souveränen Siegen ihrer nächsten Titel ab. Wie schon 2025 waren auch die Vizemeister vom selben Verein:  Philipp Pichler (SU Leibnitz) und Isabelle Engel (SU Leibnitz) liefen mit PB (14,28/VL) und SB (13,49) auf Podest, Gabriel Zand schaffte dieses Mal „nur“ Platz 4, 0,06sec vom "Clean Sweep" entfernt!

Wirklich on TOP in ihrer Comeback Saison war die 18-jährige ATSE-Sprinterin Leni Standfest! Nach Ihrer Nichtberücksichtigung für die U-20 WM in Eugene in 10 Tagen und die EM in Birmingham (4x100m Staffelersatz als aktuell viertschnellste ÖLV-Athletin!) lieferte sie mit Platz 4 über 100m (erneut das WM- Limit bei Gegenwind, erzielt (11,75) hinter den quasi Profiathletinnen Williams, Posch und Lindner ab! Tags darauf lief Leni als einzige (!) der 17 Teilnehmerinnen am 200m Bewerb Bestleistung. Dabei drückte sie ihren eigenen U20 Landesrekord um 28/100 auf 24,01 (bei kühler Witterung und 0,6m GW) und lief sensationell zu Silber! Natürlich wieder mit der U20- WM Norm und nun auch mit STLV U23 Rekord! Detail am Rande: Beide Male schlug sie auch die vom ÖLV nominierte EM-Staffelersatzläuferin, unverständlich warum dieser Platz nicht in Innsbruck direkt ausgelaufen wurde.

Die sechste und letzte Sprintmedaille schaffte die 4x100m Sprintstaffel des SU Leibnitz, die in derselben Besetzung wie 2025 antrat (Standfest M.-Willhuber-Strametz-Engel) und mit 45,56 erneut eine Top-Zeit lief aber gegen das Quartett aus St.Pölten mit Williams und Lindner einen zu starken Gegner hatte! Zudem entrissen diese den Leibnitzerinnen auch noch deren ÖLV-Rekord um 0,02s.

Positiv zu erwähnen sind die Leistungen vom noch 17jährigen ATSE-Nachwuchssprinter Jonathan Wieser, der mit Platz 7 und 9 über 200m (22,09s/Bestzeit) und (10,89s/100m) überzeigen konnte und von Maxi Graff (ATSE-Graz), der über 200m solide 21,91s und im starken Feld der Männer immerhin Platz 5 belegte.

400m Vorjahresstaatsmeisterin Viktoria Willhuber erwischte ein rabenschwarzes Wochenende, einem Blackout beim 400m Start (Fehlstart!) folgte dann Platz vier über 200m! Die Silberne mit der Staffel war zwar ein tröstender Abschluss der MS, aber der Fehlstart nagt schon sehr an der Psyche der in Top-Form befindlichen Steirerin!

MITTELSTRECKE (0/2/0)

Lotte Seiler ….

Erneut spielte unsere beste Mittelstreckenläuferin, Lotte Seiler (KSV-Alutechnik) Ihre läuferischen und taktischen Qualitäten aus und schaffte auch wegen ihre Spurtqualitäten zweimal den Platz aufs zweithöchste Treppchen! Silber über 800m (2:08.73) und Silber über 1500m (4:26,35). Beide Male hinter der EM-Starterin Caroline Bredlinger (Eisenstadt). Einzige weitere STLV-Athletin war Klara Urban (ATSE-Graz), die sich im 800m Feld mit neuer Bestzeit von 2:18.51 achtbar geschlagen hat!

Bei den Männern blieb Anton Seiler (KSV-Alutechnik) die 800m Medaille knapp verwehrt, mit Platz vier (1:52,62) und 0,24s Rückstand fiel dies sehr knapp aus! Vereinskollege Daniel Karner lief beide Stecken und wurde dabei einmal Neunter (800m) und einmal Achter (1500m). Zeiten sind in diesen zumeist taktischen Meisterschaftsrennen nebensächlich, sie waren hier 1:57,34 bzw. 4:11.04min.

WURFDISZIPLINEN (1/1/1)

Erfolgreich war der Ausflug nach Innsbruck für die ATG-Wurftrainingsgruppe von Engelbert Stampfl!

Denn mit 52,52m schaffte Djeneba Toure (ATG) ihren bereits neunten Diskustitel in Serie (!) Mit mehr als 3 Meter Vorsprung auf die wiedererstarkte ehemalige U-23 EM-Medaillengewinnern Veronika Watzek. Auf den Kugelstoß verzichtete unsere Paradeathletin, Ihr Ziel ist nun die Serie weiterauszubauen!

Mittlerweile darf man schon fast Wurf-Oldie sagen, aber Heimo Kaspar gewann mit 37 Jahren erneut eine Medaille – Bronze mit der Kugel und soliden 14,19m. Vereinskollege David Kamensek wurde guter Fünfter mit 13,39m!

Erfreulich dann der Vizemeistertitel im Hammerwurf der Männer durch David Kamensek: Mit 46,05m war der 27jährige knapp an seine Bestweite heran und holte sich erstmals eine Medaille im Hammerwurf der Männer!

Vizestaatsmeisterin 2025, Leonie Moser (KSV-Alutechnik) verzichtete dieses Mal auf eine Teilnahme, ihre Trainingskollegin Annika Kern warf mit 48,07m neue Bestweite und belegt den guten fünften Platz im Hammerwurf der Frauen!   

SPRUNGDISZIPLINEN (0/0/1)

Medaille zwölf schaffte unserer einziger (!) Teilnehmer in den Sprungbewerben – männlich wie weiblich! Felix Pircher (ATSE-Graz) sprang dabei mit neuer persönlicher Bestmarke von 14,53m souverän zu Bronze, war sogar bis zum letzten Versuch noch am Silberplatz zu finden! Das kein weitere männlicher, wie weiblicher Teilnehmerin mehr am Start war, ist schon nachdenklich, spiegelt aber das wenige Interesse in der Steiermark am Springen in allen Bereichen wider

Analytische Gedanken  

Teilt man die 12 STLV-Medaillen auf Vereine auf so zeigt sich das erwartete Bild:

SU Leibnitz (2/3/0) gegenüber 2025 (4/2/0)

KSV (0/2/0) gegenüber 2025 (1/1/1)

ATG (1/1/1) gegenüber 2025 (1/0/0)

ATSE-Graz (0/1/1) gegenüber 2025 (0/0/1) 

Leider muss es bei Meisterschaften auch immer Viertplatzierte geben, davon hatten wir auch gleich vier AthletInnen, die dieses unbedankte Schicksal teilen mussten! (Seiler A, Standfest, Willhuber, Zand)

Wo viel Licht und Sonnenschein, da ist aber auch immer Schatten und oft auch Dunkelheit! So sehr wir in der Spitze disziplinweise den Ton angeben und leistungsstark aufgestellt sind, junge Athleten wie Leni Standfest, Maxi Graff und Jonathan Wieser und auch Jakob Kolleger und Gabriel Bornemann (alle U20) nachdrängen, so wenig, bis nichts kommt in doch vielen Bereichen an Nachwuchs bzw. allgemeinen AthletInnen nach! Auch wenn es einfach Zeit dauert, den Weg nach oben nachhaltig und einem guten Konzept zu gehen – ein Selbstläufer ein Limit in der AK zu machen und dann an den Start zu gehen und gegen die Besten des Landes anzutreten ist es nicht!   Schade, dass die Staatsmeisterschaften bei uns jedes Mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden! Ein Blick nach Bochum zur DLV-Meisterschaft zeigt was möglich ist – volle Tribünen, bis zu 15.000 (!) Zuseher vor Ort dabei! Vielleicht auch ein Grund, warum viele gar nicht mehr gerne hinfahren möchten!

So konnten wir auch dieses Mal viele Bewerbe nicht einmal besetzen, u.a. der Stabhochsprung (m+w), der Hochsprung (w+m), der Weitsprung (m+w) aber auch Speerwurf (w), die 400m Hürden (m+w).

Dieses Bild muss langfristig korrigiert werden!

Wir müssen verstärkt Technikangebote bieten, Synergien in der Zusammenarbeit von erfahrenen mit jungen Trainern anregen und Fortbildungen auf verschiedenen Ebenen anbieten! Auch andere Landesverbände kämpfen mit denselben Problemen (fehlende Trainer, Trainingsmöglichkeiten und technische Defizite u.a.) und arbeiten an Lösungen!

Innsbruck war eine Bestätigung das unsere Top-Athleten leistungsstark und stabil sind, dass einige wenige der jungen U20 Garde nachwachsen (Standfest, aber auch Graff und Wieser) aber das wir viel früher reagieren müssen! Der U16 Bereich muss an die höheren Nachwuchsklassen (U18/20) und dem nationalen Niveau herangeführt werden! 2026 vertrat kein STLV-Athlet die Steiermark bei der U18 EM in Rieti, an der U-20 WM (Leni Standfest schaffte 2 Limits in Summe 5-mal und wird nicht entsendet)

Wir müssen auch 2027 und 2028 wieder international bei der U23/U20 und dem EYOF vertreten sein! Dieser Prozess erfordert gezielte Unterstützung oben und ein wirksames Konzept und viel Geduld von allen Seiten an der Basis! 

Herzlichen Glückwunsch an alle StaatsmeisterInnen, MedaillengewinnerInnen und allen die zum Erfolg bei dieser Meisterschaft beigetragen haben!

Foto: (c) ÖLV/amri.sports

27. Juli 2026